Funkkontakt „Space_Call“ zur ISS-Mission „Horizons“ im August 2018

Am 06. Juni 2018 ist der deutsche Astronaut Alexander Gerst (KF5ONO) zu seiner zweiten Mission zur Internationalen Raumstation ISS (DP0ISS) in den Orbit gestartet. Dort wird Astro_Alex, wie er sich selber auf Twitter (https://twitter.com/astro_alex) genannt hat, nicht nur wieder zahlreiche wissenschaftliche Experimente durchführen, sondern auch ab August Kommandant der Raumstation werden.

Eine der wertvollsten Ressourcen an Bord ist die Zeit. Die Astronauten haben einen sehr straffen Zeitplan, nachdem sie wissenschaftliche Experimente, Fitnessprogramm und Wartungsarbeiten an der Station durchführen müssen. Trotzdem wird der beliebte deutsche Astronaut auch wieder viele Funkkontakte über Amateurfunk zur Erde durchführen.

Diese Funkkontakte sind bei Schulen und wissenschaftlichen Einrichtungen sehr begehrt und bereichern den Unterricht als besonderes Highlight nicht nur in den MINT-Fächern.

Die Amateurfunkvereinigung ARISS ist dabei die Schnittstelle zwischen den Raumfahrtagenturen, die die ISS betreiben, und den Funkamateuren, die die Kontakte durchführen. Dabei vermitteln und coachen die Mentoren der ARISS die Funkkontakte. 

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterhält an 16 Standorten die DLR_School_Labs, an denen Schüler im außerschulischen Unterricht viele interessante Experimente durchführen und viel über die Forschungsthemen des DLR lernen können. Besuche im DLR_School_Lab sind für die Schulen kostenfrei und die Termine sehr begehrt.

https://www.dlr.de/schoollab/desktopdefault.aspx/tabid-5806/9439_read-52421/

Da Astro Alex auch Mitarbeiter im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ist, ist es eine besondere Ehre und Verpflichtung aus ausgewählten DLR_School_Labs eine Funkverbindung zur ISS mit Schülerinnen und Schülern herzustellen.

Hierzu haben die Funkamateure des Verbandes der Funkamateure in Telekommunikation und Post (VFDB) OV Braunschweig Z01 in Zusammenarbeit mit der akaFunk, der Amateurfunkgruppe an der Technische Universität Braunschweig, alle Vorbereitungen getroffen eine Echtzeitfunkverbindung über Amateurfunk zur ISS zu realisieren.

Bereits zu seiner ersten Mission im Jahre 2014 haben Schülerinnen und Schüler mit dem Ausbildungsrufzeichen DN2DLR aus dem DLR_School_Lab Braunschweig erfolgreich per Amateurfunk mit Alexander Gerst gefunkt.       

In der Zwischenzeit wurde die Funkanlage für Experimente der HF-Technik und Funkwellenausbreitung im regulären Schülerlaborbetrieb weiter genutzt.

Für einen Funkkontakt zur ISS muss die Funkanlage wieder vorbereitet werden.  

  

Der Hauptrechner, die Rotorsteuerung und die Antennenanlage befinden sich im Gebäude des Schülerlabors.

Im Nachbargebäude befindet sich der Vortragssaal, in dem sich auch dieses Mal die Schülerinnen und Schüler, Lehrer, Wissenschaftler und Pressevertreter zum Funkevent treffen werden. Auf der Bühne wird dann die Funkanlage mit einem Rechner, der das Funkgerät und über Netzwerk auch den Antennen-Rotor auf dem Nachbargebäude steuert, aufgebaut. 

Es ist besonders wichtig, dass die eingesetzten Geräte absolut störungsfrei zusammenarbeiten, da es wegen des engen Zeitplans der Astronauten in der Regel keinen zweiten Versuch gibt .                                               

Die vorhandene Anlage wurde mit Unterstützung des Ing.-Büro E. Alba de Schmidt (DF9GR) leicht verändert. Ein neues Rotorsteuerinterface ERC-M mit Netzwerkoption wurde in die Anlage integriert. Dieses Interface kann, anders als das bereits vorhandene Steuerinterface, den vorhandenen Rotor in zwei verschiedenen Geschwindigkeiten verfahren. Somit kann man den Rotor mit maximaler Geschwindigkeit verfahren und die Verfahrgeschwindigkeit kurz vor dem Erreichen des Sollwertes reduzieren und so ein Überschwingen der Antenne verhindern.                            

   

Die Funkanlage wird nun im Vortragssaal aufgebaut. Von dort aus werden alle Steuersignale auf die Hauptanlage im DLR School_Lab über einen Datenlink übertragen. Alle Funktionen werden wieder und wieder getestet, bis es dann wieder heißen kann: „DP0ISS this is DN2DLR at DL0DLR. How do you copy, over?“

Die Braunschweiger Funkamateure der akaFunk und des VFDB Z01 bereiten für diesen Kontakt noch ein weiteres Highlight vor. Der Funkkontakt mit Astro Alex wird für die fünf teilnehmenden Schulen von einem etwa zweistündigen Rahmenprogramm begleitet. Die Funkamateure wollen mit einem abgesetzten Amateurfunk-Fernsehsender an der TU Braunschweig (bei DL0IU) das Funkevent im DLR als Liveübertragung über den Amateurfunkumsetzer DB0HEX auf dem Brocken ausstrahlen.

Hierzu unterstützt die Firma Kuhne Microwave Companents, Harald Specker (DL9GBH), mit einer für industrielle Anforderungen hergestellten MOSFET Leistungsendstufe. Damit soll sichergestellt werden, das der Sender bei dem mehrstündigen Dauersendebetrieb einen durchgehenden Sendebetrieb ermöglicht. Das Ausgangssignal des Basissenders wird von 1,5 auf ca.30 bis 35 Watt verstärkt.

  

An dieser Stelle bedanken wir uns nochmal bei den unterstützenden Firmen.

 

Ing.-Büro E. Alba de Schmidt Easy-Rotor-Control-Support
Kreuzangerstr. 58     D-86399 Bobingen
Web: www.easy-rotor-control.com

Kuhne Electronik GmbH     Microwave Components
Scheibenacker 3     95180 Berg/ Oberfranken            
Web: www.kuhne-electronic.de

Bonito Germany                                                                                                                     Low Loss Koaxkabel                                                                                                           Gerichtsweg 3   29320 Hermannsburg
Web: www.bonito.net

Und der der Privatmann

Erich Eichmann (DK1TB) SatPC32  und SatPC32ISS
Kiewningstr. 57     32756 Detmold      
Web: http://www.dk1tb.de

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